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Mietschuldenfreiheits­­­bescheinigung: Ein nützliches Dokument für Mieter und Vermieter

Autor: Michael Seiberth   –   Aktualisiert: 17

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Nicht jeder Interessent, der sich um eine Wohnung bewirbt, kann eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung vorlegen. Mit diesem Dokument können Sie den zukünftigen Vermieter allerdings leicht und aussagekräftig davon überzeugen, dass Sie Ihren Zahlungsverpflichtungen pünktlich nachkommen. Ein Vermieter kann sich mit einer Bestätigung durch den Vormieter dahingehend absichern, dass es sich bei den Interessenten nicht um sogenannte Mietnomaden handelt.

Wie eine solche Mietzahlungsbestätigung ausgestellt wird und welche Hürden es eventuell zu nehmen gibt, erfahren Sie in unserem Ratgeber.

Was versteht man unter einer Mietschuldenfreiheits­bescheinigung?

Hierbei handelt es sich um ein Dokument, in dem der bisherige Vermieter seinem Mieter ein Zeugnis darüber ausstellt, ob er pünktlich und vollständig seine Miete bezahlt hat, also ein Bestätigung über die Mietschuldenfreiheit. Diese Mietzahlungsbestätigung wird sehr gern vom neuen Vermieter eingesehen, um sich ein Bild über die Zahlungsmoral des zukünftigen Mieters machen zu können.

Wie sieht eine Mietschuldenfreiheits­bescheinigung aus?

Egal ob Sie Mieter oder Vermieter sind, eine Mietschuldenfreiheitsbestätigung erfordert kaum Aufwand. Unsere nachfolgende Mietschuldenfreiheitsbescheinigung Vorlage können Sie ganz einfach ausdrucken, ausfüllen und vom Vermieter unterzeichnen lassen.

Zu den wichtigen Angaben einer Mietschuldenfreiheitsbescheinigung zählen:

  • Daten des Vermieters oder der Hausverwaltung,
  • Daten des Mieters,
  • Angaben zum Mietverhältnis (Dauer und Grund der Kündigung),
  • Bescheinigung über pünktlich geleistete Zahlungen (meist nur über die Miete) oder
  • Angaben über Mietschulden und daraus resultierende Zahlungsvereinbarungen sowie
  • Bestätigung durch die Unterschrift des Vermieters!

Mietschuldenfreiheits­bescheinigung PDF-Vorlage

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung – Vorlage

Welche Vorteile ergeben sich mit einer Mietschuldenfreiheits­bescheinigung für den Mieter?

In vielen Fällen kommen auf eine Wohnung unzählige Interessenten, vor allem in beliebten Städten und Wohngegenden. Kann dem neuen Vermieter eine Mietschuldenfreiheitsbestätigung vorgelegt werden, zeugt die positive Auskunft nicht nur von der guten Zahlungsmoral des potenziellen Mieters, sondern baut gleichzeitig Vertrauen auf.

Welche Vorteile ergeben sich mit einer Mietschuldenfreiheits­bescheinigung für den Vermieter?

Als Vermieter können Sie sich meist aufgrund mehrerer Interessenten den für Sie geeignetsten Mieter heraussuchen. Doch welche Kriterien sind dafür prädestiniert? Neben der „Chemie, die stimmen muss“, sind es in der Regel klare Fakten, wie Familienstand, Haustiere, das Einkommen und die Zuverlässigkeit bei der Zahlung der Miete. Ein entsprechender Nachweis wie die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung können einen ersten Eindruck vermitteln.

Warum wird die gesetzlich verpflichtende Ausstellung einer Mietschuldenfreiheits­bescheinigung dennoch vom Bundesgerichtshof (BGH) abgelehnt?

Die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ist zunächst rechtlich nicht aussagekräftig, da in dem Dokument keine Angaben zur rechtzeitigen und vollständigen Bezahlung der Betriebskosten aufgeführt sind. Ebenso ist kein Eintrag vorgesehen, bei dem es um einen konkreten Zeitrahmen geht. Wie lange das Mietverhältnis bestand und für welchen Zeitraum der Nachweis gilt, muss nicht zwingend belegt werden.

Hinzu kann eine für den bisherigen Vermieter ungünstige Ausgangsposition kommen, wenn er die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung unterzeichnet. Zum Zeitpunkt der Ausstellung des Dokuments wird er rechtlich gesehen dazu aufgefordert, sich verbindlich zum Stand der Mietzahlungen inklusive Betriebskosten zu äußern. Unterschreibt ein Vermieter trotz ausstehender Betriebskostenabrechnung, die in dieser Bescheinigung gar nicht schriftlich festgehalten wird, verliert er den gesetzlichen Anspruch auf Zahlung der Betriebskosten. Diesen Nachteil wollen verständlicherweise viele Vermieter nicht eingehen und unterzeichnen die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung nur aus diesem Grund nicht.

Unser Tipp!
Wenn Sie als Vermieter aus dem oben genannten Grund keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ausfüllen möchten, bieten Sie Ihrem Mieter an, ihm die Mietschuldenfreiheit auf einem anderen Weg zu bescheinigen.

Gibt es weitere Gründe für den Vermieter, eine Mietschuldenfreiheits­bescheinigung nicht auszustellen?

In manchen Fällen ist das Verhältnis zwischen Mieter und Vermieter getrübt, beispielsweise, wenn der Mieter seine Miete und/oder die Betriebskosten gekürzt hat. Auch wenn dies auf rechtlich sicherer Basis zustande kam, so ist der Vermieter möglicherweise dennoch nicht geneigt, eine Mietschuldenfreiheitsbestätigung auszustellen.

Da die Ausstellung einer Mietschuldenfreiheitsbestätigung für den Vermieter nach dem BGH-Urteil Az.: VIII ZR 238/08 nicht verpflichtend ist, kann die Herausgabe dieses Dokuments nicht erzwungen werden.

Unser Tipp!
Fälschen Sie als Mietinteressent auf keinen Fall eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung, nur um im Auswahlverfahren beim zukünftigen Vermieter Pluspunkte zu haben! Wird diese Fälschung nach Unterzeichnung des Mietvertrages aufgedeckt, hat das rechtliche Konsequenzen. Hier kann eine fristlose Kündigung ausgesprochen werden!

Was kann ein Mieter tun, wenn er keine Mietschuldenfreiheits­bescheinigung vom Vermieter erhält?

Sollte der Vermieter keine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung unterschreiben, gibt es die Möglichkeit, eine Bestätigung bzw. Quittung über die gezahlte Miete anzufordern. Nach § 368 BGB ist der Vermieter zur Aushändigung einer Quittung verpflichtet.

Mietschuldenfreiheitsbescheinigung

Man kann allerdings auch einen entsprechenden Kontoauszug im Online-Portal der Hausbank ausdrucken. Mit der Suchfunktion des Online-Kontos lassen sich alle Umsätze der Miete zusammenfassen und ausdrucken. Auch die Schufa-Auskunft wäre eine weitere Möglichkeit, die positive Zahlungsfähigkeit schriftlich zu bestätigen. Die sogenannte Mieterselbstauskunft ist ebenfalls eine Alternative zur Mietschuldenfreiheitsbescheinigung. In diesem Fall werden anhand einer Vorlage alle relevanten Punkte über das Zahlungsverhalten und eventuelle Schwierigkeiten ausgefüllt.

Unser Tipp!
Gehen Sie als Mieter auf Ihren bisherigen Vermieter zu! In vielen Fällen wird er Ihnen problemlos eine Mietschuldenfreiheitsbescheinigung ausstellen oder den pünktlichen Mieteingang quittieren.

Entstehen für die Mietschuldenfreiheits­bescheinigung Kosten?

In der Regel wird ein Vermieter eine Gebühr erheben, um sich den Aufwand der Ausstellung der Mietschuldenfreiheitsbescheinigung entlohnen zu lassen. Meist belaufen sich die Gebühren auf etwa 20 bis 50 Euro, ebenso wie die Quittierung der Mietzahlungen.

Unser Tipp!

Bei Abschluss eines Mietvertrages kann die Höhe der Gebühren für die Mietschuldenfreiheitsbescheinigung bereits schriftlich festlegt werden.

Gibt es Sonderfälle bei der Mietschuldenfreiheits­bescheinigung?

Wir möchten hier auf zwei Sonderfälle aufmerksam machen, bei denen es zu Abweichungen von der regulären Mietschuldenfreiheitsbestätigung kommen kann:

  • Untermiete und
  • Eltern als Mieter.

Mietschuldenfreiheits­bescheinigung bei Untermiete

Untermieter ist derjenige, der mit dem Hauptmieter der Wohnung oder des Hauses einen Mietvertrag geschlossen hat. Das gilt beispielsweise auch für ein Zimmer in einer Wohnung, wie es in Wohngemeinschaften üblich ist. Da die Miete an den Hauptmieter gezahlt wird, ist dieser auch für die Ausstellung der Mietschuldenfreiheitsbestätigung zuständig. Auch er kann rechtlich nicht zum Nachweis gezwungen werden.

Mietschuldenfreiheits­bescheinigung, wenn die Eltern die Mieter sind

Mietverträge für die erste Wohnung oder ein Zimmer in einer WG werden gern von den Eltern unterzeichnet. In manchen Fällen wird dies sogar vom Vermieter verlangt, um Zahlungssicherheit zu gewährleisten. Hier ist eine Bestätigung der regelmäßigen und vollständigen Mietzahlungen von den Eltern vorzuzeigen.

Wird der Auszubildende oder Studierende selbst Mieter, kann es für ihn natürlich keine Bestätigung der Mietschuldenfreiheit geben. Bei Interesse an einer Wohnung sollte dies dem Vermieter mitgeteilt werden, damit kein Nachteil gegenüber anderen Mitbewerbern entsteht. Möglicherweise könnten die Eltern dem Vermieter die Übernahme einer Bürgschaft in Aussicht stellen, falls es zu Zahlungsschwierigkeiten kommen sollte.

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Bildquellen: © fizkes – stock.adope