Grundstückspreise 2021: Was kosten Grundstücke aktuell?

In Deutschland richten sich die Grundstückspreise nach dem jeweiligen Bodenwert. Vergleicht man ähnliche Grundstücke miteinander, so kann ein angemessener Preis für Grund und Boden ermittelt werden.

Ist ein Vergleich von Grundstücken nicht möglich, kann hier der Bodenrichtwert des entsprechenden Gebietes zurate gezogen werden. Alle zwei Jahre befasst sich ein Gutachterausschuss mit der Ermittlung durchschnittlicher Grundstückspreise in einem bestimmten Gebiert, die Bodenrichtwertzone genannt wird. Die Bodenrichtwerte werden in Quadratmeterpreisen angegeben.

Inhaltsverzeichnis

Aktuelle Grundstückspreise in Deutschland

Der Kaufpreis pro Quadratmeter Grund bewegt sich in Deutschland in einer Preisspanne von 50 € bis knapp 1.800 €. Am höchsten sind die Preise in Berlin mit 1.768,99 €, gefolgt von Hamburg mit 1.258,96 €. Überdurchschnittlich hohe Werte findet man in Bayern mit 328,93 €/ qm, Bremen mit 281,76 €/ qm, Hessen mit 269,74 €/ qm und Baden-Württemberg mit 245,16 €/ qm.

Der Großteil der Bundesländer liegt allerdings unter dem deutschen Durchschnitt für Grundstückspreise: Rheinland-Pfalz (151,19 €/ qm), Nordrhein-Westfalen (140,12 €/ qm), Schleswig-Holstein (123,74 €/ qm), Brandenburg (120,14 €/ qm), Niedersachsen (101,17 €/ qm), Saarland (97,19 €/ qm), Sachsen (94,52 €/ qm), Thüringen (57,65 €/ qm), Mecklenburg-Vorpommern (55,83 €/ qm), Sachsen-Anhalt (51,37 €/ qm).

Aktuelle Grundstückspreise pro Bundesland

Bundesland
Grundstückspreise pro m²
Baden-Württemberg
245,16 €
Bayern
328,93 €
Berlin
1.768,99 €
Brandenburg
120,14 €
Bremen
281,76 €
Hamburg
1.258,96 €
Hessen
269,74 €
Mecklenburg-Vorpommern
55,83 €
Niedersachsen
101,17 €
Nordrhein-Westfalen
140,12 €
Rheinland-Pfalz
151,19 €
Saarland
97,19 €
Sachsen
94,52 €
Sachsen-Anhalt
51,37 €
Schleswig-Holstein
123,74 €
Thüringen
57,65 €

Aktuelle Preise in den wichtigsten Städten

Ort
Bundesland
Preise pro m² mittlere Lage
Preise pro m² gute Lage
Berlin
Berlin
295 €
505 €
Bremen
Bremen
200 €
300 €
Dortmund
Nordrhein-Westfalen
300 €
400 €
Dresden
Sachsen
180 €
280 €
Düsseldorf
Nordrhein-Westfalen
480 €
660 €
Essen
Nordrhein-Westfalen
350 €
480 €
Frankfurt am Main
Hessen
530 €
750 €
Hamburg
Hamburg
395 €
535 €
Hannover
Niedersachsen
300 €
415 €
Köln
Nordrhein-Westfalen
600 €
900 €
Leipzig
Sachsen
180 €
280 €
München
Bayern
1.750 €
2.500 €
Nürnberg
Bayern
396 €
535 €
Stuttgart
Baden-Württemberg
900 €
1.120 €

Aktuell niedrigste Preise in Deutschland

Ort
Bundesland
Preise pro m² mittlere Lage
Preise pro m² gute Lage
Hildburghausen
Thüringen
21 €
28 €
Apolda
Thüringen
22 €
35 €
Greiz
Thüringen
25 €
50 €
Oschatz
Sachsen
25 €
40 €
Bad Frankenhausen/Kyffhäuser
Thüringen
30 €
k.a.
Bad Lobenstein
Thüringen
30 €
50 €
Bad Salzungen
Thüringen
30 €
40 €
Bad Salzungen
Thüringen
30 €
40 €
Schmalkalden
Thüringen
30 €
50 €
Sondershausen
Thüringen
30 €
50 €
Sonneberg
Thüringen
30 €
50 €

Wie wird der Grundstückspreis ermittelt?

Ganz allgemein wird Grund und Boden nach zwei bewährten Methoden taxiert, um exakte Kosten oder Orientierungswerte zu bestimmen. Es handelt sich dabei um das Vergleichswertverfahren oder die Festlegung eines Bodenrichtwertes.

Quelle: Immobilien verständlich – Stephanie Schäfer

Wie funktioniert das Vergleichswertverfahren?

Diese Methode zur Wertermittlung eines Gebietes wird in der Immobilienbranche als Standardmethode eingesetzt und ermittelt präzise den tatsächlichen Wert einer Liegenschaft oder Immobilie. Die Idee hinter diesem Verfahren ist sehr einfach — es werden ähnliche Grundstücke in unmittelbarer Umgebung miteinander verglichen.

Wichtig für die Ermittlung der Kosten für Grund und Boden ist eine ausreichend hohe Anzahl an vergleichbaren Objekten, die möglichst viele Gemeinsamkeiten aufweisen sollten.

Dazu zählen:

  • Lage des Grundstücks
  • Größe und Zuschnitt
  • Art der baulichen Nutzung
  • Beschaffenheit des Bodens
  • Status der Erschließung
  • Infrastruktur der Region
 

Die Grundstückspreise werden durch einen Gutachter festgelegt. Dieser kann auf entsprechende Daten aus anonymisierten Kaufpreissammlungen der Gemeinden, Städte und Notare zugreifen und aufbauend auf seinen Erfahrungen den Grundstückswert ermitteln. Dabei berücksichtigt er die besondere Lage eines Anwesens, die zu Wertkorrekturen nach oben (z. B. am Ende einer Stichstraße) oder unten (z. B. an einer Durchgangsstraße) führen kann.

Sind in einem Gebiet zu wenig vergleichbare Grundstücke vorhanden, kommt das Bodenrichtwert-Verfahren zur Anwendung.

Was ist der Bodenrichtwert?

Bei dieser Methode zur Festsetzung der Grundstückspreise kommen alle Kosten, die bei Grundstücksverkäufen in einem bestimmten Zeitraum erzielt wurden, in einen Topf, um daraus einen Durchschnittswert zu errechnen. Dafür ist in der jeweiligen Gemeinde ein Gutachterausschuss zuständig, der aus den von Notaren übermittelten Daten die durchschnittlichen Bodenrichtwerte festlegt. Hierbei werden vor allem unterschiedliche Lagen berücksichtigt und zu Bodenrichtwertzonen zusammengefasst. Das können z.B.  zusammenhängende Siedlungen und Stadtbezirke sein, aber auch Straßenzüge.

Die Abbildung der Grundstückswerte nach den Bodenrichtwertzonen erfolgt in der Regel in Tabellen und/ oder Karten. Jede Gemeinde ist alle zwei Jahre zur Ermittlung neuer Bodenrichtwerte verpflichtet. Die so berechneten Werte können Sie bei Ihrer Gemeinde erfragen oder in vielen Fällen auch online einsehen. Im Zuge der Digitalisierung werden diese Daten bundesweit gesammelt und sind als Bodenrichtwertinformationssysteme (BORIS) der Bundesländer gespeichert. Unter folgendem Link finden Sie die für Sie relevanten Grundstückspreise.

Beachten Sie, dass es sich hierbei um Orientierungswerte handelt, die keine bindende Wirkung haben. Jede Liegenschaft hat weitere individuelle Merkmale, die sich in der Festsetzung der Kosten nach dem Bodenrichtwert nicht widerspiegeln, beispielsweise einen besonderen Zuschnitt. Für erste Recherchen, welche Grundstücke für einen Erwerb in Frage kommen oder welcher Preis sich bei einem Verkauf erzielen lässt, ist die Methode der Bodenrichtwerte durchaus verlässlich. Für eine exakte Wertermittlung Ihres Grundstücks sollten Sie im Zweifel zusätzlich einen Gutachter beauftragen.

Welche Faktoren beeinflussen den Preis?

Neben der regionalen Position eines Grundstücks spielen weitere Faktoren für die Bewertung der Grundstückspreise eine entscheidende Rolle. Während angrenzende Grundstücke laut der Bodenrichtwerttabelle einer Gemeinde gleich bewertet wurden, so können die Kosten auch hier noch variieren. Folgende Faktoren beeinflussen den Grundstückpreis:

  • Zustand der Erschließung
  • Bodenbeschaffenheit
  • Zuschnitt und Lage
  • Bebauung

Zustand der Erschließung

Neu erschlossene Baugebiete bieten beim Erwerb eines Grundstücks bereits die Anschlüsse an das Ver- und Entsorgungsnetz der Kommunen. Dabei handelt es sich um Gas-, Strom-, Telefon-, Wasser- sowie Abwasserleitungen und die Anbindung an eine Straße. Die Erschließungskosten werden in der Berechnung der Grundstückspreise zu Grunde gelegt und sind damit im Vergleich zum unerschlossenen Bauland höher.

Separat anfallende Kosten der Erschließung können für unerschlossene Gelände, vor allem wenn lange Leitungswege nötig werden, hoch ausfallen. Aus diesem Grund sind Grundstückspreise mit berücksichtigten Erschließungskosten für den Kauf, aber auch wenn Sie ein Grundstück verkaufen möchten, sinnvoll.

Bodenbeschaffenheit

Des Weiteren spielt die Beschaffenheit des Bodens eine wesentliche Rolle. Vielleicht stand auf dem ins Auge gefassten Grundstück bereits eine Werkstatt oder eine Produktionsstätte. Hier sollten Sie abklären, ob gefährliche und umweltschädliche Stoffe in den Boden gesickert sind. Altöl kann beispielsweise das Erdreich verschmutzt haben und muss beseitigt werden. Solche Altlasten wirken sich auch auf die Preise aus. In diesem Fall können Sie das Land günstiger erwerben, müssen jedoch die Kosten für die Reinigung und Abfallbeseitigung übernehmen. Ein Verkauf solcher Liegenschaften zieht niedrigere Kosten nach sich, es sei denn, die Altlastensanierung wurde bereits durchgeführt.

Auch lange brach liegende Flächen mit Wildwuchs, kleine Waldstücke oder ähnliche Grundstücke bedürfen vor der Nutzung als Baugrund einer Vorbereitung, die zusätzliche Kosten verursachen. Diese sollten bei der Kalkulation zum Grundstückskauf in die Erwerbskosten eingerechnet werden. Ein weiterer Punkt sind felsige und damit schwer zu bearbeitende Böden. Der Aufwand, solche Grundstücke zu erschließen und Häuser darauf zu bauen, kann teuer werden. Im Zweifelsfall ist es ratsam, ein Bodengutachten anfertigen zu lassen, aus dem Sie konkrete Schlüsse ziehen können. Mit etwa 500 bis 800 € machen diese Gutachten überteuerte Grundstückspreise wett.

Zuschnitt und Lage

Zu guter Letzt entscheiden der Zuschnitt und die lokale Anordnung von Grundstücken in Bezug zu den örtlichen Gegebenheiten über die Grundstückspreise. Lassen Sie uns zwei gleich große Grundstücke mit verschiedenen Längen- und Breitenmaßen vergleichen. Schmale Anwesen mit einer enormen Tiefe, auf denen es kaum möglich ist, ein herkömmliches Haus zu bauen, werden andere Kosten aufweisen als breite Grundstücke, die entsprechend kürzer sind und auf denen ein Wohnobjekt leicht platziert werden kann.

Der Zuschnitt eines Grundstücks ist nicht in jedem Fall unkompliziert rechteckig. In vielen neu erschlossenen Siedlungen können Sie mit einfach geschnittenen Grundstücken rechnen. Viele ältere Anwesen wurden im Laufe der Zeit, beispielsweise durch Vererbung oder den Bau einer Straße geteilt, mitunter auch mehrfach. Zurück bleiben manchmal sehr ungünstig geschnittene Parzellen, deren Grundstückspreise diese Situation widerspiegeln.

Neben dem Zuschnitt spielt auch der Standort eine große Rolle. Bereiche in vorderster Lage, z.B. an einem See oder an einem Hang, die eine uneingeschränkte Sicht auf die idyllische Umgebung bieten, werden höhere Kosten aufweisen als Liegenschaften in hinteren Bereichen. Überhaupt spielt das unbebaute Gelände hinter einem Grundstück eine wesentliche Rolle. Viele Landeigentümer wünschen sich die Randlage, um den unverbauten Blick genießen und die Freiheit in ihrem Garten oder auf der Terrasse spüren zu können. Solche Parzellen weisen damit oft höhere Grundstückspreise auf als Parzellen, die inmitten einer Siedlung angeordnet sind.

Bebauung

Nun gibt es auch noch die Grundstücke, die nicht bebaut werden können oder dürfen. Da solche Flächen nicht als Baugrund ausgewiesen werden, sind die Kosten hier gering.

Wie entscheidend ist die Lage?

Zunächst kann festgehalten werden, dass sich die Grundstückspreise in den letzten Jahren kontinuierlich nach oben entwickelt haben. Falls Sie ein begrenztes Budget für den Erwerb von (Bau-)Land haben, sollten Sie den Preis für Grund und Boden in näherer oder auch etwas entfernter Umgebung vergleichen.

Entwicklung der Grundstückspreise

Vergleich - Städte

Generell sind Grundstücke in Städten, Großstädten und deren Ballungszentren wesentlich teurer als in ländlichen Gebieten. In Gebieten mit hoher Wirtschaftskraft, wie z.B.  München und dem Münchner Umland, sind die Preise für Grund und Boden am höchsten

Hier werden sogar in den umliegenden Gemeinden Höchstwerte erzielt, wenn man Kosten etwa mit denen in der ebenfalls bayrischen Stadt Nürnberg vergleicht. Der Unterschied innerhalb eines Bundeslandes kann bereits von Bedeutung sein, wenn die Suche nach einem geeigneten Grundstück zum Erwerb nicht zwangsläufig auf die bisherige Wohnumgebung beschränkt wird.

Weitere Städte, die hohe Grundstückspreise in den Bodenrichtwerttabellen verzeichnen, sind das schwäbische Stuttgart, das nordrhein-westfälische Köln, die Finanzmetropole Frankfurt am Main und die Landeshauptstadt Düsseldorf in NRW.

Grundstückspreise in der Stadt

Vergleich - Nord und Süd, Ost und West

Im Ranking der Grundstückspreise für Deutschlands größte Städte wird keine ostdeutsche Stadt gelistet. Das typische Ost-West-Gefälle bei den Kosten für Grund und Boden ist nicht ganz zufällig. Während es die meisten in die großen Wirtschaftszentren zieht, die noch immer vorrangig im Westen Deutschlands angesiedelt sind, wird dort der Wohnraum und entsprechendes Bauland knapp und teurer.

Im Osten des Landes werden dagegen häufig günstige Preise veranschlagt, um Einwohner zu halten oder neue Mitmenschen in diese Gebiete zu locken. Mittlerweile hat sich die Wirtschaft auch im Osten Deutschlands stabilisiert und ist als Lebensraum interessant geworden. In Dresden und Leipzig beispielsweise liegen die Grundstückspreise 10-mal niedriger als in München, der Stadt mit den höchsten Kosten.

Das Gefälle der Grundstückspreise im Vergleich von Nord- und Süddeutschland fällt nicht ganz so gravierend aus. Dennoch lässt sich aus den Zahlen ableiten, dass die Werte im Süden deutlich höher sind als im Norden des Landes. Auch hier richten sich die Kosten für Grund und Boden nach der Wirtschaftskraft und so ist die Hansemetropole Hamburg deutlich günstiger als Stuttgart.

Vergleich - Stadt und Land

Vielleicht suchen Sie kein Grundstück im städtischen Raum, sondern möchten lieber aufs idyllische Land ziehen? Die gute Nachricht wird Ihrem Geldbeutel gefallen. Auch wenn es hierbei die bereits genannten Unterschiede zwischen Ost und West sowie Ballungszentren und eher beschaulichen Wirtschaftsregionen gibt, so sind die Grundstückspreise in ländlichen Gebieten deutlich günstiger. Das hängt vor allem damit zusammen, dass viele, oftmals junge Menschen die Stadt bevorzugen. Diese Landflucht verursacht einerseits höhere Kosten für Grund und Boden in den Städten und bewirkt andererseits stabile Werte im ländlichen Raum.

Die ortsüblichen Preise orientieren sich dabei an der Wirtschaftskraft des nächsten Ballungsraumes bzw. des Bundeslandes und damit an der Kaufkraft ihrer Einwohner, an der Verfügbarkeit freier Grundstücke sowie der jeweiligen Infrastruktur (z. B. Anbindung an das Verkehrsnetz, Verfügbarkeit von Schulen).

Zusammenfassend kann festgehalten werden, dass die Grundstückspreise in der Metropolregion München die höchsten in Deutschland sind, wohingegen Sie in einer ländlichen Region im ostdeutschen Thüringen geringere Kosten erwarten können. Umgekehrt können Grundbesitzer für den Verkauf von Liegenschaften in Städten höhere Werte erzielen als im ländlichen Raum.

Grundstückspreise

Preisentwicklung für Grund und Boden

In den letzten Jahren sind die durchschnittlichen Grundstückspreise stetig gestiegen. Dies ist vor allem auf die große Nachfrage nach (Bau-)Land zurückzuführen. Einerseits bieten die günstigen Zinsen auch finanzschwächeren Familien die Möglichkeit, ein Eigenheim mit passendem Grund zu erwerben. Andererseits sehen viele Menschen den Besitz von Land und Gut als Absicherung für das Alter an und haben sich für den Kauf eines Grundstücks entschieden. Allein diese beiden nachvollziehbaren Gründe, Eigentum zu erwerben, haben einen regelrechten Bauboom im Privatbereich angestoßen. Dadurch stieg die Nachfrage nach bezahlbaren Objekten und die Grundstückspreise bewegten sich stetig nach oben.

Dass dieser Prozess in naher Zukunft ein Ende haben sollte, ist erst einmal nicht zu erwarten. Geeignete Grundstücke werden vor allem in Städten und Ballungsräumen rar und fördern den Preisanstieg. Zudem sind in- und ausländische Investoren am Erwerb von Grundstücken interessiert und fördern somit ebenfalls die Erhöhung der Grundstückspreise. Möchten Sie eine Liegenschaft in der Stadt veräußern, können Sie mit einem guten Erlös rechnen. Suchen Sie dagegen nach einem geeigneten Grundstück, sollten Sie bei der Planung sowie der Finanzierung des Eigentums diesen Aspekt stets berücksichtigen.

Grundstückspreisentwicklung

Erste Schritte für den Erwerb von Baugrund

Bevor Sie sich auf die Suche nach geeignetem Baugrund begeben, sind folgende Punkte zu beachten:

  • Soll das Grundstück ausgewiesenes Bauland oder bereits mit einem Objekt ausgestattet sein?
  • Welche Größe sollte das Grundstück haben?
  • Wie hoch sind die Kosten im Wunschgebiet?
  • Wo finde ich Objekte, die meinem Budget entsprechen?
  • Welche weiteren Kosten können relevant werden?
  • Wo erhalte ich eine solide Finanzierung?

Steht Ihnen nur ein limitiertes Budget zur Verfügung, so können Ihnen die nachfolgend zusammengestellten Tipps weiterhelfen.

Insider-Tipp: Erschwingliches Bauland finden

Nachdem Sie vielleicht schon in Ihrer näheren Umgebung nach passenden Grundstücken gesucht und dabei häufig zu hohe Kurse gesehen haben, stellt sich die Frage, ob Sie ein passendes Grundstück kaufen können. Stecken Sie den Kopf nicht allzu schnell in den Sand, denn es gibt noch erschwingliche Flächen.

Erschwingliche Grundstückspreise auf dem Land

Die erste und vielleicht beste Möglichkeit ist die Suche nach einer ländlichen Region, in die Sie sich vorstellen könnten, umzuziehen. Manchmal liegen günstigere Gebiete nur ein paar Kilometer entfernt. Wer im Norden Bayerns wohnt, könnte im benachbarten Bundesland Thüringen, das sehr niedrige Grundstückspreise anbietet, ein passendes Stück Land erwerben. Mittlerweile ist die Verkehrsanbindung in städtische Ballungsräume so gestaltet, dass Sie auch vom ländlichen Bereich Ihren Arbeitsplatz gut und schnell erreichen können. Etwas entfernt von der Stadt finden Sie nicht nur passable Grundstückspreise, sondern auch eine lebenswerte, natürliche Umgebung.

Ein weiterer Vorteil von ländlichen Grundstücken besteht in der Größe. Während städtische Parzellen oftmals klein geschnitten sind, da es für die hohe Nachfrage nicht ausreichend Kapazitäten gibt, können Sie auf dem Land größere Grundstücke erwerben, deren Kosten dennoch nicht zu hoch ausfallen.

Klein oder groß?

In diesem Zusammenhang sollten Sie sich auch darüber klar werden, welche Größe Ihr zukünftiges Grundstück aufweisen soll, denn je größer das Objekt, umso teurer wird es. Veranschlagen Sie die Fläche für ein zu bauendes Haus und bestimmen Sie danach die Fläche, die Sie eventuell für Garten, Terrasse, Carport, Garage und weitere Bereiche benötigen. Vergleichen Sie nun, ob die zu erwartenden Kosten mit Ihren Vorstellungen übereinstimmen.

Falls es dort Abweichungen gibt, lohnt es sich, mit Architekten zu sprechen, die gut konzipierte Lösungen für Eigenheime haben, deren Grundfläche etwas kleiner ist als die von Ihnen anvisierte. Eine Garage könnte z.B. unterkellert und/ oder mit Wohnraum aufgestockt sein. Manchmal hilft auch ein Spaziergang durch ein Neubaugebiet, eine Musterhaus-Siedlung oder das Recherchieren in Fachzeitschriften und dem Internet, um gute Ideen zu finden.

Mittlerweile entstehen zahlreiche Tiny Houses, die wenig Platz beanspruchen. Vielleicht liegt Ihnen dieser Wohnstil. Dafür fallen nur geringe Grundstückspreise an.

Möchten Sie dennoch ein großes Bauland erwerben, könnte Ihnen der nächste Tipp weiterhelfen.

Grundstück ohne Immobilie kaufen

Die reinen Grundstückswerte sind für Objekte mit oder ohne Gebäude erst einmal gleich. Haben Sie ein Grundstück mit einem Wohnobjekt gefunden, das Ihnen gefällt und bezahlbar ist, wäre ein Erwerb durchaus sinnvoll. Hierzu sollten Sie nur wissen, dass die nach dem Kauf zu zahlende Grunderwerbsteuer aus dem gesamten Kaufpreis errechnet wird. In diesem Fall zahlen Sie selbstverständlich auch Grunderwerbsteuer für die Immobilie.

Reine Grundstückskäufe können also bares Geld sparen, da hierbei nur die Kosten für Grund und Boden zu Grunde gelegt werden.

Erschlossene Grundstücke sind der bessere Weg

Damit Sie keine bösen Überraschungen und damit zusätzliche Kosten befürchten müssen, ist es ratsam, eine bereits erschlossene Liegenschaft zu erwerben. Der Kurs liegt hier etwas höher, doch ohne Erschließung, die Sie nachträglich selbst durchführen und auch bezahlen müssen, kann auf dem Grundstück kein Anwesen gebaut werden. Unerschlossene Gebiete klingen zunächst verlockend, können aber weitaus höhere finanzielle Aufwendungen nach sich ziehen.

Neben der bereits vorhandenen Infrastruktur vermeiden Sie auch das Risiko, ein Grundstück zu erwerben, auf dem keine Baugenehmigung erteilt wird. Erschlossene Gebiete werden als Bauland ausgewiesen und dürfen im Rahmen des von der Gemeinde festgelegten Bebauungsplans bebaut werden. In der Regel hat die Gemeinde vor Bereitstellung des Baugebietes die Beschaffenheit des Bodens durch ein Gutachten feststellen lassen. Sie können also sicher sein, dass es keine unerfreulichen Überraschungen geben wird. Für diese Sicherheit zahlen Sie etwas mehr.

Spitzen Sie Ihre Ohren!

Grundstückspreise, die Städte und Gemeinden in ihrer Bodenrichtwert-Tabelle ausweisen, sind nur Orientierungswerte. Hören Sie sich in Ihrem Familien-, Freundes- oder Kollegenkreis um, ob geeignetes Bauland zum Verkauf angeboten wird. Inserate in Zeitungen oder im Internet enthalten mitunter günstigere Angebote, weil das Objekt, beispielsweise wegen Erbschaftsstreitigkeiten, dringend verkauft werden muss. Hier liefert mitunter auch die Nachfrage bei regionalen Kreditinstituten oder Immobilienmaklern, die ihre Gegend sehr genau kennen, die passende Lösung. Sie wissen, welche Grundstücke aufgrund einer Zwangsversteigerung veräußert werden, denn niedrige Kosten für Grund und Boden werden häufig in Notsituationen angeboten. In diesem Fall würde Ihnen auch das Amtsgericht mit seinen öffentlichen Bekanntmachungen weiterhelfen.

Grundstück gefunden — was nun?

Haben Sie endlich ein passendes Stück Land in einer Region gefunden, dessen Preise im Rahmen Ihres Budgets liegen, können Sie den Erwerb des Grundstücks vorantreiben. Für eine reibungslose Abwicklung inklusive aller notwendigen Verträge, Notartermine und der soliden Finanzierung sollten Sie einen Fachmann beauftragen. In vielen Fällen können Sie diese Prozedur komplett von einem Immobilienmakler abwickeln lassen, der sich um alle anfallenden Arbeiten kümmert.

Auch im umgekehrten Fall des Verkaufs von Landbesitz, kann Ihnen ein kompetenter Immobilienmakler helfen. Ein ortsansässiges Maklerbüro kennt die Bodenrichtwerte zur Ermittlung der Preise in der Umgebung und kann durch ein Gutachten die jeweiligen Kosten gezielt und präzise bestimmen. Auch hier kommen alle in diesem Artikel beschriebenen Faktoren zum Einsatz, die sich positiv oder negativ auf den Wert auswirken können, beispielsweise die regionale oder deutschlandweite Lage, der Zustand der Erschließung und der Zuschnitt des Grundstücks.

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